Gestalttherapie
Grundhaltung der Gestalttherapie
Die Gestalttherapie ist eine humanistische Form der Psychotherapie, die auf einem dialogischen und erlebnisorientierten Ansatz basiert. Im Zentrum steht der Kontakt – sei es mit anderen Menschen, mit der Umwelt oder mit uns selbst. Wenn dieser Kontakt gestört oder eingeschränkt ist, kann sich das in wiederkehrenden Schwierigkeiten zeigen, die uns im Alltag belasten: in Beziehungen, im Berufsleben oder in inneren Konflikten. In der Gestalttherapie spricht man in diesem Zusammenhang von sogenannten „offenen Gestalten“.
In der therapeutischen Arbeit wird das Bewusstsein für diese offenen Gestalten geschärft und die damit verbundenen Themen im Hier und Jetzt erfahrbar gemacht. Dabei wird erforscht, wie Kontakt entsteht, gestaltet wird – und an welchen Stellen er abbricht oder vermieden wird.
Die Gestalttherapie wurde von Fritz Perls gemeinsam mit seiner Frau Laura Perls entwickelt – ursprünglich in Deutschland in den 1930er-Jahren, zur Zeit des Nationalsozialismus. Beide stammten aus jüdischen Familien und mussten aufgrund der politischen Verfolgung und ihrer Herkunft emigrieren. Ihre Flucht führte sie zunächst nach Südafrika, später in die USA, wo sie schließlich im Exil die theoretischen Grundlagen der Gestalttherapie weiterentwickelten und die ersten Ausbildungsinstitute gründeten. Auf der Seite der Deutschen Vereinigung für Gestalttherapie finden sich mehr Informationen.
Was mich persönlich an der Gestalttherapie besonders anspricht, ist ihre ganzheitliche Sicht auf den Menschen: Sie betrachtet individuelles Leiden nicht isoliert, sondern immer auch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen. Die Gestalttherapie richtet ihren Blick auf das unmittelbare Erleben – ohne vorschnelle Urteile oder Interpretationen – und lädt dazu ein, festgefahrene Muster zu hinterfragen sowie individuelle Freiheit und Selbstbestimmung zu fördern.